Inernationale Reservistenarbeit

Aschaffenburger Reservisten beim Lombardia-Wettkampf

28.05.2018, von Christian Ruppert, Italien/Schweiz

Am Donnerstag, 24. Mai 2018, trafen sich sieben Kameraden des neu aufgestellten Wettkampfkaders Aschaffenburg (Hptm Rudolph, StFw Schinkmann, HptFw Herteux, OFw Ruppert, Fähnr Schiele, StUffz Weis und OGefr Menk) und fuhren abends gemeinsam mit OLt Tomasello vom Regionalstab territoriale Aufgaben Nord (RegStTerrAufg Nord) und StFw Eckert, FwRes aus Volkach, nach Italien zu ihrem ersten Wettkampf.

Der erste Halt wurde in Ellwangen gemacht, wo wir bei Cola und Burger auf zwei Mannschaften aus Mittelfranken warteten.

Die meisten Kameraden aus Mittelfranken sind schon sehr Wettkampf erfahren und haben bereits öfters an dem Lombardia-Wettkampf teilgenommen. Einer der Kameraden, HptFw Kronschnabel, unterstützte im Wettkampf uns Aschaffenburger, da zwei unserer Wettkämpfer im Vorfeld ausfielen. Auch StFw Schinkmann, FwRes Aschaffenburg, sprang ein.

Um 7 Uhr schlugen wir am Freitag schließlich vor Ort auf und meldeten unsere beiden Mannschaften ‚Aschaffenburg UFR I‘ und ‚Aschaffenburg UFR II‘ an. Wir wurden versorgt mit Hintergrundinformationen zur Lage, Zeitplänen und natürlich Essensmarken. Um 10:30 Uhr stand der Transport zur Schießanlage an. Sie war knappe zwei Stunden entfernt und in der Schweiz gelegen. Geschossen wurden eine Übung mit dem Schweizer Standard-Sturmgewehr auf 300m und eine im Nahbereich. Auf 300m wurde auch mit einem Scharfschützengewehr eine Übung geschossen. Hinzu kamen noch zwei Nahbereichsübungen mit unterschiedlichen Pistolen. Abgerundet wurde das ganze durch ein Schießen mit Sportarmbrüsten, bei dem ‚Aschaffenburg UFR I‘ die Bestenliste anführte. Wir hatten hier die Möglichkeit sowohl Schützenabzeichen der Schweizer Armee als auch vom italienischen Reservistenverband UNUCI, welcher den Wettbewerb jährlich organisiert, zu erwerben.

Wieder in Italien angekommen fand für die Gruppenführer ein umfassendes Briefing für den Wettbewerb mit Einführung in die Lage statt. Anschließend wurden die Rucksäcke gepackt und letzte Absprachen getroffen. Dann verlegten wir per Kfz an den Startpunkt, von dem die Gruppen zeitlich versetzt aufbrachen. Beim Start des Marsches waren wir also bereits seit zwei Tagen auf den Beinen.

Was nun folgte waren 19 Stunden Orientierungsmarsch (ca. 45 km) mit unterschiedlichsten Stationen. Wir legten Hinterhalte, forderten Luftschläge an, überquerten einen Bach über Seilsteg, werteten Luftbilder von Drohnen aus, betrieben Check-Points, stürmten Bunker, leisteten Erste Hilfe und anderes mehr. Erschwert wurde der Marsch durch mangelhaftes Kartenmaterial, hohe Temperaturen und der Topographie – immerhin wurden uns 1600 Höhenmeter versprochen.

Dank der hervorragenden Ausbildung durch die Kreisgruppe Aschaffenburg – mit besonderer Unterstützung der RK Untermain – gelang es uns, uns auf unserem ersten Wettkampf gegen viele Mannschaften durchzusetzen: Von den vier Mannschaften der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr platzierte sich nur eine vor ‚Aschaffenburg UFR I‘; auch von den vier UNUCI-Mannschaften platzierte sich nur eine vor uns – trotz des Heimvorteils.

Doch ging es bei dem Wettbewerb letztlich nicht um Konkurrenz, sondern um ein Zusammenwachsen. Die Einsätze der Bundeswehr finden nur im internationalen Rahmen – der NATO oder der EU – statt. Wir haben viele Kameraden aus verbündeten Nationen kennenlernen können und haben in ihnen Menschen gefunden, die die gleichen Werte teilen. Wie ein britischer NATO Offizier bei der Siegerehrung sagte: Ehre, Mut und Tapferkeit.

Ein großer Dank geht auch an das LHBW Walldürn, das uns kurzfristig mit Zusatzausrüstung ausstattete, und an die Einzelkämpferinspektion in Hammelburg, für das Klettergeschirr. Wir bedanken uns auch besonders für die Unterstützung vor Ort durch OLt Tomasello und StFw Eckert und dem gesamten RegStTerrAufg Nord, der uns in der Vorbereitung und im Hintergrund kräftig unterstützte und die Dienstliche Veranstaltung ermöglichte.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der neu aufgestellte Wettkampfkader Aschaffenburg ist seinen ersten Wettkampf angetreten, hat ihn mit einer soliden Leistung bestanden und viel Erfahrungen sammeln können für die kommenden Wettkämpfe.