Würzburg, Mai 2006, HH
Reservisten besiegeln Partnerschaft mit Ungarn
„Der ältere Bruder unterstützt den kleinen, jüngeren und führt ihn an der Hand“. Mit diesen bebilderten Worten verglich Major Sándor Munkácsi die neue Partnerschaft zwischen den Reservisten aus Unterfranken und denen der ungarischen Bezirksgruppe Heves-Eger. Die wurde am Wochenende im Beisein von Staatsminister Eberhard Sinner und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer sowie zahlreicher Ehrengäste in der Würzburger Residenz besiegelt.
Die insgesamt achte Partnerschaft zwischen Reservisten aus Bayern und Ungarn wurde in Unterfranken geschlossen. Damit will der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr wichtige Aufbauhilfe leisten bei der Organisation ungarischer Reservisten, die sich nach ihrem jeweiligen Wehrdienst im „Magyar Tartalékosok Szovetsége“ (MATASZ) zusammengeschlossen haben. Nach dem Vorbild des deutschen Reservistenverbandes wollen nun auch die Ungarn ihre Arbeit gestalten.
Diese Partnerschaft besitzt nicht nur militärische oder zivil-militärische Aspekte, sondern hilft auch mit die Partnerschaften der Regionen in Europa zu stärken. Dies unterstrich der Leiter der bayerischen Staatskanzlei,
Eberhard Sinner in seiner Ansprache. Darin wies dieser auf die historische Bedeutung der Beziehungen zwischen Bayern und Ungarn, die ein „langes historisches Band verbindet“, hin.
In der jüngsten Geschichte wies Staatsminister Sinner auf die Situation vor weniger als 20 Jahren hin, als sich noch zwei große Blöcke am Eisernen Vorhang gegenüberstanden. „Wir Deutschen werden nie den Beitrag unserer ungarischen Freunde vergessen“, sagte der Minister. Immerhin waren es unsere deutschen Landsleute, die durch das erste, im August 1989 in den Zaun geschnittene Loch in den freien Teil Deutschlands kamen.
„Ein Friede ist immer fragil“, betonte Eberhard Sinner. Deshalb hat für ihn der Wahlspruch der NATO, „Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit“ nach wie vor seine Gültigkeit. Freundschaften und Partnerschaften zwischen Soldaten und Reservisten, die den Frieden oft mehr schätzen als andere Menschen, helfen die Wachsamkeit zu stärken.
„Wir freuen uns über diese Partnerschaft“ betonte auch Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer. Er wies auf die historischen Kriege längst vergangener Jahrhunderte hin, in denen ungarische und bayerische Heere gemeinsam als Waffenbrüder gekämpft haben. Die jetzt beurkundete Partnerschaft macht die Reservisten aus Unterfranken und Heves erneut zu „Waffenbrüdern“ in Regionen, die über viele Gemeinsamkeiten verfügen und jeweils in bekannten Weinanbaugebieten ihre Heimat haben.
„Nicht nur Zeitzeugen sondern Mitspieler in einem Prozess der gerade begonnen hat“, bezeichnete Oberst i.G.
Bruno Hasenpusch die Initiatoren an der neuen Partnerschaft. Diese ist ein „historischer Meilenstein“, denn mit dem 1. Juli 2007 nehmen die Reservisten in Deutschland ähnlich wie in Ungarn, neue militärische Strukturen und Aufgaben in der zivil-militärischen Zusammenarbeit ein. Der Kommandeur im Verteidigungsbezirk Unterfranken/Oberfranken regte die gemeinsame Teilnahme an Lehrgängen und Wettkämpfen an.
Ein erster Lehrgang findet bereits Ende Mai in Budapest statt. Darauf wies Generalmajor a.D. Tivadar Borszéki, der Vorsitzende des ungarischen Reservistenverbandes hin. Erst vor fünf Jahren, so der Vorsitzende, wurde der Verband gegründet. Tivadar Borszéki nannte es eine kluge Entscheidung, dass sich sein Land nach dem Ende des Ostblocks nach Westen du hauptsächlich nach Deutschland ausgerichtet hat und der Reservistenverband nun auch die gleichen Ziele hat wie der VdRBw. Der General freute sich über die Zeremonie in Würzburg, die „auf sehr hohem Niveau“ durchgeführt wurde.
Dr. Edmund Wilhelm, als Vizepräsident im VdRBw zuständig für Sicherheitspolitik und Internationale Arbeit, unterstrich, dass die „Länder in Europa nur zusammen wachsen, wenn die Menschen und deren Organisationen dahinter stehen“. „Setzen wir jetzt den Fuß auf den Weg der Taten“, riefen die beiden Bezirksvorsitzenden Kurt Berger und Sándor Munkácsi nach der Unterzeichnung der Urkunden ihre Mitglieder auf, die Partnerschaft nun mit Leben zu erfüllen.
von: Herbert Hausmann
Letzte Änderung am: Dienstag den 16. Mai 2006