Maßnahmen bei Unterkühlungen
Im Normalfall liegt die Körpertemperatur des Menschen bei 37°C, im Tagesverlauf treten jedoch Schwankungen auf. Der Körper ist durch Schwitzen oder Zittern in der Lage die Körpertemperatur je nach Umgebungstemperatur zu halten.
Absinken der Körpertemperatur unter normale Werte (36° C) entsteht, wenn Menschen strengem Frost, Kälte, Nässe und Wind schutzlos und mangelhaft (falsch) bekleidet / oder bewegungsunfähig ausgesetzt sind.
Besonders gefährdet:
Verwundete, Übermüdete, Erschöpfte, Durchnässte, Schlafende und Betrunkene.
Ursachen:
- Sturz in kaltes Wasser
- Einschlafen oder Bewusstlosigkeit im Freien (z. B. im alkoholisierten Zustand oder nach Arzneimitteleinnahme)
- Bewegungsarmes Verhalten bei Verletzungen (z. B. nach einem Verkehrsunfall bei ungünstiger Witterung)
- Liegen auf dem Boden
- Berg- oder Skiunfall
Erkennen:Abwehrstadium (Körpertemperatur ca. 37 – 34°C)- Kalte blasse Haut, auch graubläuliche Verfärbung
- Psychische Erregung
- Muskelzittern (Frieren)
- Vertiefte, schnelle Atmung
- Schmerzen, vor allem an Händen, Füßen und Knien
- Schneller Puls
Die Betroffenen bewegen sich in dieser Phase meist kräftig, dadurch ist der Stoffwechsel um das 4-5 fache, der Sauerstoffbedarf um das 5-8 fache gestiegen.
Erschöpfungs- und Lähmungsstadium
- Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit
- zunehmende Empfindungslosigkeit
- Atmung z. T. unregelmäßig und kaum spürbar, verlangsamt sich auf 6 - 8 Atemzüge pro Minute
- Langsamer, unregelmäßiger und schwächer werdender Puls
- Zunehmende Muskelstarre
weiterer Auskühlung tritt der
Tod durch Atemstillstand, Herzstillstand ein.
Der
Unterkühlungstod tritt ein, wenn die Körpertemperatur unter
27° / 30° C sinkt.
Es können gleichzeitig Erfrierungen vorhanden sein.
Durch das unnötige Bewegen der Gliedmaßen wird das kalte „Schalenblut“ nach innen gepumpt und die Kerntemperatur sinkt dadurch sehr schnell.
Wenn der Temperaturunterschied zwischen Körperoberfläche (Extremitäten) und Körperkern (Körperstamm) zu groß ist kann es bei der Wiedererwärmung vorkommen, dass kaltes Blut zu schnell in den Körperkern fließt.
Dadurch kann ein Kammerflimmern oder ein Herzstillstand hervorgerufen werden!
Erste Hilfe:
Wegen der Gefahr des so genannten Bergungstodes sind Maßnahmen zur Wiedererwärmung nur im Abwehrstadium vom Helfer durchzuführen
- Flachlagerung, dabei jedoch abrupte Lagewechsel vermeiden
- Unnötige Bewegung vermeiden, keine Massage
- Verlagerung mit Schaufeltrage und Vakuummatratze
- Verhinderung von weiterer Auskühlung, vor Zugwind schützen
- Vitalfunktionen überwachen
- Bei Bewusstsein: Warme (nicht zu heiße) zuckerhaltige Getränke, kein Alkohol
- Notruf - Notarzt
- Sauerstoffgabe
- Solange Person zittert, nasse Kleidung ausziehen und warm einpacken
- Person in warme Umgebung bringen (langsames Wiederaufwärmen, Wärmepackung)
- Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage, keine aktive Wärme zuführen
- Ggf. Beatmung
- Ggf. Reanimation
„Hiebeler Packung“ (Wärmepackung) ist zu bevorzugen.
Mindestens zwei trockene Wolldecken, ein Handtuch oder Bettlaken, 1 Liter heißes Wasser und wenn vorhanden „Rettungsdecke“.
Unterkühlte, ohne Arme und Beine viel zu bewegen, Wärmepackung als „trockene“ Wärme auf den Oberbauch legen und schichtweise einpacken.
Die Wärmepackung wenn möglich öfter erneuern, bis der Kreislauf stabil ist und die verletzte Person transportfähig ist.
ErfrierungÖrtliche Gewebeschäden, die bei Temperaturen unter 6° C, meist jedoch bei Frost, entstehen können.
Besonders gefährdet sind Gliedmaßenenden (Finger, Fußzehen, Nase, Ohren, Wangen, Kinn)
Wir unterscheiden:
1. Grad: Vorübergehende Rötung und Schwellung der Haut mit starken Schmerzen.
2. Grad: Starke Schwellung mit Blasenbildung, blaurote Hautfärbung, heftiger Schmerz.
3. Grad: Gewebstod kleiner Hautbereiche bis zu ganzen Gliedmaßen, Schwarz- oder Blaufärbung
4. Grad: Langsame Totalvereisung bei Abkühlung unter -2° C mit anschließendem Gewebstod
Erkennen
Oberflächliche Erfrierung
- „Frost“ in Händen und Füßen
- Gefühl zu kleiner Schuhe
- Gelegentlich blaurote Flecken (marmoriert)
- Haut ist kalt evtl. prickeln der Haut
Tiefergehende Erfrierung
- Erfrorene Körperteile sind zunächst weiß-grau, weich und schmerzhaft, Später:
- Hart und gefühllos bis zur Brüchigkeit
- Die Grenze zwischen erfrorenem und gesunden Körpergewebe ist nicht deutlich erkennbar
Erste Hilfe:Oberflächliche Erfrierung
- Eng anliegende Kleidung und Schuhe öffnen
- Erfrorene Körperteile durch Körperwärme erwärmen, z.B. Hände, wenn möglich in der Achselhöhle
- Betroffenen auffordern Gliedmaßen zu Bewegen
- Körper durch zusätzliche Kleidung und Decken erwärmen
- Erneute Kälteeinwirkung vermeiden
- Heiße, gezuckerte Getränke zu trinken geben
- Blasen nicht öffnen, keimfreie Wundbedeckung, dabei Druck vermeiden
- Evtl. Notruf
Tiefergehende Erfrierung
- Notruf
- Schocklagerung, enge Kleidung öffnen,
- gefühllose Körperteile keimfrei abdecken,
- Berührung und Druck vermeiden
- Erfrorene Körperteile nicht bewegen und nicht aufwärmen
- Körper mit zusätzlicher Kleidung und Decken erwärmen
- Erneute Kälteeinwirkung vermeiden
- Heiße, gezuckerte Getränke zu trinken geben (keinen Alkohol)
Blasen nicht öffnen, keimfreie Wundabdeckung, dabei Druck vermeiden.
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Grundsätzlich verboten sind:- Abreiben mit Schnee
- rasches örtliches Aufwärmen mit Wechselbäder oder am Feuer
- Rauchen
- Laufen mit erfrorenen Füßen
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Besondere Notfälle
Im Eis eingebrochene:
können sich anfangs noch über Wasser halten, müssen jedoch so schnell wie möglich gerettet werden.
Es ist allerdings darauf zu achten, dass bei den Rettungsversuchen keine weitere Personen in das Eis einbrechen.
danach versorgen wie bei Unterkühlung.
von: Armin Vöhringer
Letzte Änderung am: Mittwoch den 23. Januar 2008