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Die gelbe Schleife zeigt unsere

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Solidarität

mit den Soldaten der Bundeswehr im Einsatz!

 
Bild: Seminar – Analysierte Vermittlungsschwächen und Polizeieinsatz für Afghanistan

Foto: Winfried Stecher

Seminar – Analysierte Vermittlungsschwächen und Polizeieinsatz für Afghanistan

Von Helmut Heimann,Weibersbrunn

Das Hotel Brunnenhof war Tagungsort für die Referenten und Zuhörer am Samstag, den 20. Februar 2016. Die Vortragsreihe mit dem für alle 3 Vortragsthemen gemeinsamen Themenschwerpunkt internationale militärische Konfliktbewältigung eröffnete der Gymnasiallehrer und OTL d.R. Ulrich Wening. Seine pädagogische Herangehensweise und Auftragserfüllung bei der Unterrichtung über Sicherheitspolitik war für die Zuhörer sehr aufschlussreich.

So konnte man anhand seiner vorgestellten Gliederung erkennen, wo die Schwächen bei der schulischen Wissensvermittlung herrühren mögen – dies keinesfalls nur von Seiten der Schulen, sondern bereits die fehlende Begleitung/Heranführung zu derartigen Themen im Elternhaus.

Der Kamerad OTL d.R. Wening zeigte den Zuhörern auf, mit welchem Engagement es ihm gelingt, trotz geringer Gesamtstundenzahl den Gymnasiasten die Bedeutung der Bundeswehr für unseren Staat und politischen Zusammenhänge auf der Weltbühne zu vermitteln. Die Feststellung, wonach sich bestenfalls ca. 10% - 20% der heutigen Jahrgänge überhaupt lehrplanmäßig mit den sicherheitspolitischen Themen mehr oder weniger beschäftigen, hat bei den Zuhörern Betroffenheit ausgelöst.

Am Beispiel seines Berichtes über seine SFOR-Einsätze in Bosnien, konnten die Zuhörer erfahren wie es einen Reservisten gelingt, sich aus dem häuslichen zivilen Umfeld unvermittelt mit Uniform im Hotspot der Weltpolitik wieder zu finden. Die teilweise sehr unterhaltsam dargebrachten Erlebnisse haben sehr wohl die mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr verbundenen Gefahren und zumindest die persönlichen Einschränkungen vermittelt. Was es für Soldaten bedeutet über lange Zeiträume in engen Unterkünften und in unsicheren Gegenden leben zu müssen, hat aktuelle Zustände mit den Unterkünften für Flüchtlinge vergleichen lassen.

Nach dem von der Kreisgruppe Aschaffenburg ausgegebene Mittagessen kam Frau KHK´ín Bettina Leyens mit Schwung und Temperament zu ihrem bildgewaltigen Bericht über den GPPT-Einsatz in Afghanistan. So erfuhren die Zuhörer, wie es sie in der Lebensmitte überkam etwas völlig anderes im Polizeidienst zu machen. Zunächst mit der Absicht im Kosovo gegen Betrug und Korruption im Balkan zu bekämpfen, kam es mit ihrem Einsatz in Afghanistan zu einer Wende. Ihre Wahrnehmung vom afghanischen Land und Leute sowie den arbeitsbedingten Erfahrungen mit einer völlig anderen Gesellschaft brachte sie in kurzweiligen anekdotenreichen Hintergrundinformationen dar. Ein Staat, der weder Geburtsregister, Familiennamen, Straßenamen und Hausnummern kennt und dafür eine hohe Zahl an Analphabetismus hat, stellt dortige Polizeiarbeit vor völlig neue Herausforderungen.

In Ihrem Vortrag unterstützt wurde sie dabei von einem ihrer damaligen Sprachmittler/Dolmetscher, dem die Übersiedlung gelungen ist und mit wirkungsvoller Unterstützung der KHKín Leyens ein perspektivenreicher Start gelingen mag. Überaus authentisch war dabei auch ihr extra für den Vortrag angelegte afghanische Landestracht – ein Abschiedsgeschenk ihrer afghanischen Ausbildungspartner. Ihr Bekenntnis sich in Afghanistan verliebt zu haben war vieldeutig und in jeglicher Hinsicht zutreffend. Sie kann sich sehr gut vorstellen, nach Eintritt in den (Un-)Ruhestand gemeinsam mit ihrem Partner, in das Gastrogewerbe im Umfeld der Blauen Moschee zu etablieren.

Sehr leidenschaftlich wurde die anschl. Diskussion über die aktuelle Sicherheitslage und der damit einhergehenden Flüchtlingssituation geführt. Je nach persönlicher Erfahrung kam dabei nahezu das gesamte Spektrum an Meinungen zu Wort. Das zu diesem Thema passende ehrenamtliche Engagement des Kameraden HptGefr d.R. Reiner Hefner und die Teilnahme „seines afghanischen Schützlings“ blieb dabei nicht unerwähnt. Sehr hilfreich waren die Darstellungen der beiden afghanischen Gastteilnehmer. Mit großem Interesse wurde auch deren Sicht auf die Lage aufgenommen. Es war ein auf allen Ebenen durch hohen Respekt geprägter Meinungsaustausch – so wie sich es die Kreisgruppe Aschaffenburg häufiger wünscht.

Der Vorsitzende Major d.R. Patrik Eberwein bedankte sich im Namen der Kreisgruppe bei den Referenten für Ihre engagierten und überaus informativen Vorträge mit dem Schild der Kreisgruppe. Darüber hinaus wurde dem afghanischen Sprachmittler Ahmad ein Coin/Medaille der Kreisgruppe als große Wertschätzung für seine unterstützende Teilnahme übergeben.

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