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Die gelbe Schleife zeigt unsere

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Solidarität

mit den Soldaten der Bundeswehr im Einsatz!

 

SiPol-Infoabend zu „Flüchtlinge/Asyl“ – Ein Abend voller Eindrücke und Erfahrungen

Von Roland Heimann,Aschaffenburg

Auch mit Blick auf die vergangen Jahre vermag kaum ein Thema derartige Aufmerksamkeit und Emotionen zu erzeugen, wie die aktuell erlebte Zuwanderung von Menschen aus den verschiedensten Krisengebieten der Welt. Dabei ist es auch mit unserem breitgefächerten Zugang zu Informationen nicht leicht, sich ein ungetrübtes Bild von den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen zu machen. Daher traf der SiPol- InfoAbend der Kreisgruppe Aschaffenburg mit dem Thema „Flüchtlinge/Asyl“ am 26.01.2016 auf sehr großes Interesse und ließ nahezu 40 Gäste einen gemeinsamen Abend mit vielen Eindrücken erleben. Die Wahl der Referenten bewies insbesondere in diesem schwierigen Themenkomplex, wie wertvoll Information aus erster Hand ist.

Der Vortrag von Herrn Khalid Rashid führte den Gästen die Situation in Syrien, die ihn zum Verlassen seiner Heimat bewog, seine Erlebnisse während seiner Flucht und welche Unsicherheit vor Ort aber auch entlang der Fluchtrouten herrscht, lebhaft vor Augen. In seinen Vortrag, verlieh er der Erleichterung über das Ende seiner Flucht, die Dankbarkeit über die erfahrene Unterstützung bei der Orientierung in der Fremde, und seine Zuversicht in die Zukunft brachte er mit seinen beeindruckend guten Deutschkenntnissen zum Ausdruck.

Herr Wolfgang Grose von Diakonie Aschaffenburg berichtete aus erster Hand von seiner Arbeit rund um das Sozialkaufhaus und den Herausforderungen der zurückliegenden Monate, als die Diakonie wichtige Unterstützung bei der Versorgung von Flüchtlingen übernahm. Seine Arbeit, sowie die der anderen haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der Diakonie, stellt dabei den Hilfe suchenden ‚Menschen und seine Bedürfnisse‘ in den Mittelpunkt und bietet dem Hilfesuchenden ungeachtet seiner Herkunft, kulturellen und religiösen Hintergrund. Herr Grose lässt uns damit das Leitbild der Diakonie – „der Dienst für Hilfebedürftige und damit tätige Nächstenliebe“ – unmittelbar und lebhaft erfahren.

Nicht weniger lebhaft und unmittelbar war der Vortrag von Frau Anna Ehrlich vom Integrationsmanagement aus dem Büro des Oberbürgermeisters der Stadt Aschaffenburg. Ihre Arbeit, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Dabei schafft sie es, den Gästen nicht nur ihre Arbeit und die Vorder- und Hintergründe des täglichen Fördern und Forderns zu vermitteln. Mit ihrem fundierten Wissen rund um die Rechtslage der Verfahren und Einsicht in die gelebte Praxis, konnte sie den Gästen wertvolle Information bieten und, wie am Beispiel von Fragen zur Familienzusammenführung deutlich wurde, mit manchen „Mythen“ aufräumen. Überdies vermochte sie auch den Gästen die Chancen erkennen zu lassen, die sich unserer Gesellschaft in Anbetracht der demographischen Entwicklung bietet, wenn wir Neubürgern eine erfolgreiche Integration ermöglichen.

Keine Pause, kein Atemholen der Referenten, das nicht für Fragen und Diskussion der Zuhörer genutzt wurde. Nahezu jeder hatte eigene Eindrücke, Fragen und Meinungen, zu dem Themenkomplex. Die unterschiedlichsten Meinungen und Positionen wurden teils an die Referenten gerichtet aber auch zwischen den Gästen lebhaft diskutiert. Dabei herrschte auch bei aller inhaltlicher Kontroverse durchgängig gegenseitiger Respekt und ermöglichte, dass vielfach auch gemeinsames Verstehen und Übereinstimmung im Zuge des Austausch erreicht wurde. Nicht zuletzt dahingehend war der Abend ein Beispiel gelebter Diskussionskultur, der durchwegs positiv in der Erinnerung bleibt.

Zwischen teilweise sorgevollen Beiträgen der Gäste, waren aber auch weitere Erfahrungen von Reservisten zu hören, die in ihrem privaten Umfeld, dem Sport oder im Rahmen der „Helfenden Hände“ eingesetzt, sehr persönlich von positiven Erfahrungen und wie mit dem Kennenlernen der Menschen anfängliche Distanz schwand.

Der RK Schweinheim danken wir für die Beherbergung in ihrem RK Heim und die gute Bewirtung - uns hat es an nichts gefehlt. Allen Referenten gilt unser besonderer Dank für diesen Abend und die Möglichkeit, die sie uns gegeben haben, an ihren Erfahrungen teilhaben zu dürfen. Näher kommt man diesem komplexen Thema unserer Zeit nur, wenn man sich selber unmittelbar engagiert.

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